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descriptionSchleife Brustkrebs
Gene, Hormone, Übergewicht und Alkoholkonsum spielen bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle. Doch nicht jeder Knoten ist bösartig. 75 Prozent sind harmlos.
descriptionMammografiebild
Bildgebende Techniken und moderne Biopsieverfahren zeigen den Tumor und decken wichtige Einzelheiten auf, nach denen sich die Therapie richtet.
descriptionOperationsbesteck
Die Diagnose Brustkrebs muss heute nicht mehr bedeuten, dass die Brust entfernt wird. Meist kann der Tumor zerstört und die Brust erhalten werden.
descriptionTabletten
Für ein Knockout der Krebszellen sollen neue Behandlungsformen sorgen, wie die „small molecules“, die Wachstumssignale innerhalb des Tumors unterbrechen.
descriptionBrust abtasten
Die regelmäßige und sorgfältige Brustselbstuntersuchung kann Leben retten, denn sie entlarvt Brustveränderungen frühzeitig.
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Diagnose: Den Tumor enttarnen

Brustselbstuntersuchung, Krebsvorsorge beim Frauenarzt und bildgebende Verfahren wie Mammografie, Ultraschall und Magnetresonanztomografie bieten die Möglichkeit, Brustveränderungen frühzeitig zu entdecken. Verbesserte Biopsieverfahren entlocken den Tumorzellen wichtige Fakten für die Therapie. 

Im Überblick



Grundlage ist die körperliche Untersuchung

Im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogramms bieten die gesetzlichen Krankenkassen ab dem 30. Lebensjahr auch eine jährliche Tastuntersuchung der Brust durch den Frauenarzt (den Gynäkologen) an. Zur Untersuchung gehört unter anderem das Abtasten der Achselhöhlen und der Schlüsselbeingruben. Des Weiteren wird der Arzt nach bisherigen Erkrankungen und Risikofaktoren, wie etwa dem Auftreten von Brustkrebs in der Familie fragen. Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten.

Beim geringsten Verdacht muss eine eingehende weitere ärztliche Diagnostik, etwa in Form einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) oder einer Mammografie, durchgeführt werden. Natürlich sollte jede Frau regelmäßig ihre Brust auch selbst abtasten. Brustkrebs wächst im Allgemeinen langsam, kann sich aber auch vor allem bei Frauen vor den Wechseljahren schon innerhalb eines Jahres entwickeln.

In 60 bis 70 Prozent der Fälle ist es die Frau selbst, die erste verdächtige Symptome – zum Beispiel einen neu aufgetretenen Knoten in der Brust – entdeckt. 15 bis 30 Prozent aller Brustkrebs-Erkrankungen werden durch den Arzt festgestellt. Nur acht Prozent der Tumoren werden vor dem Auftreten von Beschwerden mithilfe von Untersuchungen wie der Mammografie oder der Ultraschalluntersuchung entdeckt.

Verdächtige Krankheitszeichen sind:
  • Knoten in der Brust
    Ein Knoten ist erst ab einem Durchmesser von ca. zwei Zentimeter tastbar. Er fühlt sich fest und unregelmäßig begrenzt an und lässt sich nicht verschieben. Ein Krebsknoten schmerzt in der Regel nicht. Bei einem gedachten Kreuz durch die Brust sind Krebsknoten bei 55 Prozent der Patientinnen im äußeren oberen Quadranten lokalisiert, bei jeweils 15 Prozent an der Brustwarze und im inneren oberen Quadranten, bei 10 Prozent im äußeren unteren und bei 5 Prozent im inneren unteren Quadranten.
  • Veränderungen an der Brustwarze
    Auffällig sind Einziehungen einer Brustwarze, Entzündungen und Hautveränderungen sowie blutige Absonderungen.
  • Veränderungen der Brustgröße oder der Haut
    In manchen Fällen bemerkt die Frau zunächst einen Größenunterschied beider Brüste oder eine Einziehung der Haut an einer Stelle. Großporige, sogenannte „Orangenhaut“ ist ein Warnzeichen, das unbedingt beachtet werden muss. Auch eine auffällige Rötung, Entzündung oder unterschiedliches Verhalten beider Brüste beim Heben der Arme sind verdächtige Zeichen.
  • Schwellung in der Achselhöhle
    Eine Schwellung in der Achselhöhle gehört zu den Krankheitszeichen im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium, da sie auf eine Beteiligung der Achsellymphknoten hinweist.



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Sicherheit mit Mammografie

Für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren bezahlt die Krankenkasse alle zwei Jahre eine Mammografie. Für Frauen mit erhöhtem familiärem Brustkrebsrisiko werden jährliche Mammografiekontrollen bereits ab dem 30. Lebensjahr in Kombination mit halbjährlichen Brustultraschallkontrollen empfohlen.

Mit einer Mammografie der Brust können die Größe und Anzahl eventueller Tumoren ab einer Größe von etwa 5 mm beurteilt werden. Auch eine Abgrenzung gutartiger Veränderungen von Brustkrebs ist manchmal möglich. Außerdem können kleine Kalkherde (Mikrokalk) sichtbar gemacht werden, die ein Hinweis auf Umbauvorgänge im Brustgewebe sein können. Somit kann mit der Mammografie ein Tumor entdeckt werden, bevor andere Zeichen, wie zum Beispiel ein tastbarer Knoten, auftreten.
  • Die Mammografie ist vor allem für Frauen ab 50 Jahren geeignet. Da jüngere Frauen dichteres Brustgewebe haben, ist bei ihnen die Möglichkeit, mit der Mammografie Brustkrebs zu entdecken, etwas eingeschränkt. Bei ihnen ist meist die Ultraschalluntersuchung angebrachter.
  • Das Problem bei der Mammografie: Zum einen können Tumore übersehen werden, zum anderen werden Frauen aufgrund der Mammografie teilweise unnötig operiert. Falls Sie eine Mammografie durchführen lassen, erkundigen Sie sich, ob der entsprechende Arzt genügend Erfahrung in Mammografie hat. Sie können den Arzt zum Beispiel auch nach dem Zertifikat fragen. Fachleute raten, sich an interdisziplinäre Brustzentren zu wenden. 

Eine Liste der von der Deutschen Gesellschaft für Senologie zertifizierten Brustkrebszentren finden Sie hier.
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Ultraschall, MRT und Galaktografie helfen bei der Brustkrebs-Diagnostik

Die Mammografie ist für junge Frauen oftmals aufgrund des dichten Drüsengewebes eher ungeeignet. Für sie stehen noch weitere Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

Die Mammasonografie
Etwa 10 Prozent aller tastbaren bösartigen Tumoren sind mammografisch in zu dichtem Drüsengewebe oder wegen einer ungünstigen Lage in der Brust nicht sichtbar. In diesen Fällen ist die Ultraschalluntersuchung der Brust besonders wichtig. Die Sonografie ist in der Lage, Brustkrebs ohne Mikroverkalkungen früh zu erkennen. Zysten – flüssigkeitsgefüllte Hohlräume – sind im Ultraschall sehr gut erkennbar. Das gilt weiterhin für Lymphknoten, die wegen der Einwanderung von Krebszellen aus der Brust oder aufgrund einer Entzündung vergrößert sind. Insbesondere für jüngere Frauen ist die Mammasonografie auch als alleinige Untersuchungsmethode geeignet.

Die Magnetresonanztomografie (MRT)
Bei der MRT, auch Kernspintomografie genannt, werden mit Hilfe eines starken Magnetfeldes Schnittbilder des Körpers angefertigt. Es ist ein teures aber schonendes (weil strahlungsfreies) Untersuchungsverfahren, das insbesondere zur Diagnostik unklarer Herdbefunde eingesetzt wird, das heißt, wenn nach Mammografie und Ultraschall noch Unklarheiten bestehen.

Das MRT wird außerdem eingesetzt:
  • zur Verlaufskontrolle während der Therapie (z. B. Chemotherapie)
  • zum Ausschluss weiterer Tumoren bei einem schon bekannten Mammakarzinom
  • zur Untersuchung von Patientinnen mit Implantaten.
Die Galaktografie (Milchganguntersuchung)
Mit Hilfe eines dünnen Plastikschlauchs wird Kontrastmittel in den Milchgang gespritzt und anschließend eine Mammografie durchgeführt. So können Veränderungen im Milchgang dargestellt werden. Dieses Untersuchungsverfahren wird angewandt, wenn eine einseitige oder blutige Sekretion der Brust auftritt.
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Biopsie sichert die Diagnose

Wenn bei Frauen aufgrund der Ergebnisse bildgebender Verfahren wie der Mammografie der Verdacht auf Brustkrebs besteht, ist häufig unklar, ob ein Knoten gut- oder bösartig ist. Deshalb wird durch eine vom Pathologen vorgenommene feingewebliche (histologische) Untersuchung des verdächtigen Gewebes die Diagnose gesichert. Die verschiedenen Methoden zur Gewinnung der Gewebeprobe sind wenig belastend und ermöglichen die Beurteilung einer Veränderung bereits vor der Operation.

Folgende Verfahren stehen zur Verfügung:
  • Feinnadelbiopsie
    Sie eignet sich zur Untersuchung von tastbaren Knoten. Mit einer dünnen Kanüle werden aus dem Knoten Zellen entnommen. Wie sicher diese Art der Gewebegewinnung ist, hängt von dem Können des Untersuchers ab. Werden bei der anschließenden Untersuchung der Probe Krebszellen gefunden, ist die Diagnose Brustkrebs gesichert. Befinden sich keine Krebszellen in der Probe, muss eventuell eine andere Biopsiemethode folgen, um ausreichend Zellen für eine Beurteilung zu gewinnen. Da immer weniger Ärzte die Feinnadelbiopsie beherrschen, wird diese Art der Gewebeentnahme nicht mehr so häufig angewendet
  • Stanzbiopsie
    Unter örtlicher Betäubung und unter Ultraschallsicht entnimmt der Arzt mittels einer sogenannten Stanznadel mit hoher Geschwindigkeit mehrere zylinderförmige Gewebeproben aus dem verdächtigen Bezirk in der Brust. Eine Stanzbiopsie kann auch computergesteuert unter Röntgenkontrolle durchgeführt werden (stereotaktische Stanzbiopsie). Das Verfahren gilt momentan als Mittel der Wahl, da es annähernd so sicher wie die Entnahme durch Operation ist. Die Stanzbiopsie eignet sich vor allem für die Untersuchung tastbarer Knoten, für Auffälligkeiten, die im Ultraschall sichtbar sind und Mikroverkalkungen, die bei der Mammografie entdeckt wurden.
  • Die (stereotaktische) Vakuumbiopsie
    Der Arzt führt unter Mammografie- oder Sonografiekontrolle stereotaktisch, das heißt punktgenau, eine drei bis vier Millimeter dünne Hohlnadel in die zuvor örtlich betäubte Brust ein. Der genaue Entnahmeort wird durch Röntgenaufnahme in zwei Ebenen bestimmt. Das Gewebe wird erst angesaugt und dann mit einem in die Hohlnadel eingebauten Miniaturmesser abgeschnitten. Das Verfahren wird insbesondere zur Beurteilung von nicht tastbaren Veränderungen wie Mikroverkalkungen und kleineren Herden angewandt. Die Methode ist schonend und verursacht keine Narben. Anschließend kann die Patientin mit einem Druckverband nach Hause entlassen werden. Bei gutartigem Befund ist keine offene Biopsie nötig. Die Kosten für eine Vakuumbiopsie werden von der Krankenkasse übernommen.
  • Biopsie durch Operation (Offene Biopsie)
    Das verdächtige Gewebe kann außerdem unter örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose entfernt und sofort anschließend begutachtet werden (auch Schnellschnitt genannt). Zunehmend wird jedoch Abstand von der Schnellschnittuntersuchung genommen. Dabei entscheidet der zytologische Befund während der Operation über die weitere Vorgehensweise.
Das Tumorgewebe genau untersuchen
An der durch eine Biopsie gewonnenen Gewebeprobe wird durch eine immunhistochemische Untersuchung die Empfindlichkeit und Menge der Hormon-Rezeptoren auf den Krebszellen abgeklärt, das heißt, die Menge der Rezeptoren für die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Sind viele Rezeptoren vorhanden, ist das ein Zeichen, dass der Krebs gut auf eine (Anti)-Hormontherapie anspricht.

Durch eine weitere Untersuchung an der Gewebeprobe wird festgestellt, ob die Zellen des Tumors viele HER2-Rezeptoren enthalten. An diese Rezeptoren können Wachstumsfaktoren an der Brustkrebs-Zelle „andocken“ und sie zu vermehrter Teilung und den Tumor somit zu schnellem Wachstum anregen.

Mit einer Antikörpertherapie kann dieses Andocken von Wachstumsfaktoren an die Rezeptoren verhindert werden. Diese Tumoreigenschaften müssen spätestens nach der OP festgestellt werden, besser jedoch bereits vorab am Biopsiegewebe.
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Grading und Staging: Maßeinheiten für die Bösartigkeit

Bei einem bösartigen Befund liefert das Gewebe wichtige Informationen zur Charakterisierung des Tumors nach einem international gültigen Klassifikationsschema. Damit und mit den Informationen zu Hormon- und HER2-Rezeptoren kann die weitere Therapie individuell geplant werden.

Mit dem Grading beschreibt der Pathologe bei der mikroskopischen Untersuchung der Krebszellen, wie sehr sich die Zellen von den ursprünglichen, normalen Zellen in ihrem Aussehen entfernt haben. Man nennt das die „Differenziertheit“ der Zellen. Die Festlegung erfolgt in vier Stufen (G1–G4): Bei Grading 1 sind die Zellen normalen Brustdrüsenzellen noch ähnlich und wachsen nicht so aggressiv. Die Zellen sind hoch differenziert. Je höher die Gradingstufe, desto weniger ähneln die Krebszellen den normalen Zellen und desto schneller und aggressiver wird das Wachstum des Brustkrebs eingeschätzt. Die Zellen werden dann als undifferenziert bezeichnet. Damit ist eine Aussage zur Aggressivität des Tumors möglich.

Eine weitere Beurteilung ist mit dem Staging möglich. Damit wird das Stadium festgelegt, in dem sich der Brustkrebs befindet. Die Bewertung richtet sich nach:
  • der Größe des Tumors (T)
  • dem Befall der regionären Lymphknoten (N)
  • dem Vorliegen von Metastasen in anderen Organen (M)
Die Befunde werden im pTNM-System zusammengefasst. Das von der UICC (International unit against cancer) erarbeitete System umfasst sowohl klinische als auch pathologische Kriterien.
StagingT beschreibt Größe und Ausdehnung des Tumors Staging
TX Primärtumor kann nicht beurteilt werden
T0 Kein Anhalt für Primärtumor
Tis Carcinoma in situ

T2
Tumor größer als zwei Zentimeter jedoch kleiner als fünf Zentimeter im größten Durchmesser
T3 Tumor größer als fünf Zentimeter im größten Durchmesser
T4 Tumor jeder Größe mit Ausdehnung auf die Brustwand und Haut

N beschreibt den Befall regionärer Lymphknoten
NX regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
N0 keine regionären Lymphknotenmetastasen
N1 bewegliche Metastasen in Lymphknoten der gleichseitigen Achselhöhle
N2 Metastasen in Lymphknoten der gleichseitigen Achselhöhle, miteinander verwachsen
N3 weiter entfernte Lymphknoten
M beschreibt das Vorliegen von Fernmetastasen
M0 keine Fernmetastasen
M1 Fernmetastasen

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Zum Beispiel bedeutet Tis N0 M0: Carcinoma in situ, kein Lymphknotenbefall, keine Metastasen. Bei T2 N1 M1 ist der Tumor zwischen 2 und 5 Zentimeter im Durchmesser groß, Achsellymphknoten auf der gleichen Seite sind befallen, und eine oder mehrere Fernmetastasen sind nachweisbar.
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Mammografiebild mit Tumor
© iStockphoto
Die Mammografie macht den Tumor sichtbar – hier auf einer Aufnahme als heller Punkt eindeutig erkennbar (links oben).
Ultraschallbild der Brust
© iStockphoto
Mittels Ultraschall ist es möglich, Brustkrebsformen ohne Mikroverkalkungen frühzeitig zu entdecken.
Grafik: Nadel für Vakuumbiopsie
© Nico Vondung/GnuFreeDocumentationLicense
Bei der Vakuumbiopsie wird das Gewebe durch ein Fenster der Hohlnadel angesaugt und dann mit einem in die Nadel eingebauten Miniaturmesser abgeschnitten.