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descriptionSchleife Brustkrebs
Gene, Hormone, Übergewicht und Alkoholkonsum spielen bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle. Doch nicht jeder Knoten ist bösartig. 75 Prozent sind harmlos.
descriptionMammografiebild
Bildgebende Techniken und moderne Biopsieverfahren zeigen den Tumor und decken wichtige Einzelheiten auf, nach denen sich die Therapie richtet.
descriptionOperationsbesteck
Die Diagnose Brustkrebs muss heute nicht mehr bedeuten, dass die Brust entfernt wird. Meist kann der Tumor zerstört und die Brust erhalten werden.
descriptionTabletten
Für ein Knockout der Krebszellen sollen neue Behandlungsformen sorgen, wie die „small molecules“, die Wachstumssignale innerhalb des Tumors unterbrechen.
descriptionBrust abtasten
Die regelmäßige und sorgfältige Brustselbstuntersuchung kann Leben retten, denn sie entlarvt Brustveränderungen frühzeitig.
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Mehr Heilungschancen, mehr Lebensqualität

Brustkrebs (lateinisch: Mammakarzinom) ist die häufigste Krebsform unter den bösartigen Tumoren bei Frauen. Rund 57.000 Neuerkrankungen gibt es pro Jahr in Deutschland. Doch die Überlebensrate war noch nie so hoch wie heute.

Im Überblick



Aufbau der weiblichen Brust

Die Entstehung von Brustkrebs kann man besser verstehen, wenn man weiß, wie die weibliche Brust aufgebaut ist. Die Brust besteht aus Drüsengewebe sowie reichlich Fett- und Bindegewebe, wobei die Größe der Brust hauptsächlich vom Fettanteil abhängt. Die Brustdrüse besteht aus 15 bis 20 einzelnen Läppchen, in denen in der Stillzeit die Muttermilch produziert wird. Aus ihnen gehen die Milchgänge hervor, die in der Mitte zur Brustwarze führen und sich dort zu den Milchsäckchen erweitern. Diese dienen in der Stillzeit als Milchbehälter.

Denkt man sich ein Kreuz mit der Brustwarze als Zentrum, so kann man eine Einteilung in vier Quadranten vornehmen. Der Ort einer Veränderung an der Brust kann so genau bezeichnet werden, zum Beispiel wenn ein Knoten im äußeren, oberen Quadranten tastbar ist.

Durch die zyklischen Hormonschwankungen verspüren viele Frauen kurz vor der Periode ein Spannungsgefühl in der Brust. Im Lauf der Jahre können sich auch kleine Knoten aus Zysten und Bindegewebe entwickeln, man spricht dann von einer fibrozystischen Mastopathie. Diese Veränderungen sind relativ häufig, aber harmlos.
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Wie entsteht ein Tumor?

Das Wort „Tumor“ bedeutet eigentlich nur „Schwellung“. Somit ist ein Tumor nicht automatisch eine bösartige Geschwulst. Ausgehend von einer krankhaften Veränderung des Erbguts einer Zellgruppe beginnen sich Zellen vermehrt zu teilen und unkontrolliert zu wachsen. Je nachdem, wie der Tumor wächst, unterscheidet man zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren.

Der gutartige (benigne) Tumor wächst:
  • langsam und verdrängend
  • gut abgegrenzt
  • ohne Tochterabsiedlungen (Metastasen) in anderen Organen
  • nicht in Blut- und Lymphgefäße ein.
Der bösartige (maligne) Tumor wächst:
  • ungebremst und schnell
  • über Organgrenzen in angrenzendes Gewebe
  • mit Tochterabsiedlungen in andere Organe,
  • in Blut- und Lymphgefäße.
Die Bezeichnung des Tumors benennt das Gewebe, von dem er ausgeht. Ein Fibrom geht vom Bindegewebe aus, ein Lipom vom Fettgewebe, ein Adenom vom Drüsengewebe. Gutartige Tumoren wie Fibrome, Fibroadenome, Lipome oder Zysten machen 75 Prozent aller Brusttumoren aus.

Äußere und innere Faktoren können das Erbgut verändern

Verschiedene Faktoren sind für die ursächliche Veränderung im Erbgut von Körperzellen verantwortlich, die am Anfang einer Krebserkrankung steht. Neben äußeren Einflüssen wie UV-Strahlung, Chemikalien, Tabakrauch, falscher Ernährung und Virusinfektionen spielen auch innere Faktoren eine Rolle. Diese sind genetische Veranlagung, der Zustand des Immunsystems, Lebensalter und beim Brustkrebs vor allem auch hormonelle Einflüsse.
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Brustkrebs – die verschiedenen Formen

Etwa drei Viertel der Tumoren in der Brust sind gutartig.

Der bösartige Brustkrebs kann je nach Gewebe, von dem er ausgeht, unterschieden werden in:
  • duktale Karzinome, die von den Milchgängen ausgehen,
  • lobuläre Karzinome, die von den Drüsenläppchen ausgehen.
Duktale Karzinome machen etwa 80 Prozent der Mammakarzinome aus. Ist das Karzinom noch innerhalb der Oberflächenschicht (Epithel) der Milchgänge oder Läppchen, nennt man es Carcinoma in situ, gleichbedeutend mit „Krebs an Ort und Stelle“. Der Krebs hat noch nicht die Trennungsschicht zu tiefer liegendem Gewebe (die Basalmembran des Epithels) durchbrochen. In diesem Stadium ist Brustkrebs meist heilbar, da er noch keine Tochterzellen ausstreut.

Je nach dem Ursprung des bösartigen Tumors unterscheidet man:
  • das duktale Carcinoma in situ (DCIS),
  • das lobuläre Carcinoma in situ (LCIS).
Ist der Tumor jedoch über die Basalmembran in das angrenzende Gewebe vorgedrungen, nennt man das Wachstum invasiv oder infiltrierend.

Man unterscheidet:
  • das invasive duktale Karzinom,
  • das invasive lobuläre Karzinom.
Sonderformen sind:
  • Pagetkarzinom der Brustwarze:
    seltenes Karzinom der Milchgänge um die Brustwarze; der Bereich um die Brustwarze ist gerötet und juckt.
  • Inflammatorisches Karzinom:
    sehr seltene Form, geht mit einer Entzündung der Brust einher
Sarkom:
vom Bindegewebe ausgehend.
Über die Lymphbahnen gelangen Krebszellen von der Brust in den restlichen Körper

In Zusammenhang mit der Brustkrebserkrankung sind die Lymphabflusswege von besonderer Bedeutung. Denn über die Lymphbahnen werden Tumorzellen, die der Tumor eventuell „streut“, abtransportiert. Die Lymphgefäße der Brustdrüse beginnen zwischen den Milchläppchen und verlaufen mit den Milchgängen, erweitern sich dann zu größeren Lymphbahnen, in denen die Lymphflüssigkeit bis zu den regionären Lymphknoten gelangt. Dort werden Krankheitserreger und auch Krebszellen ausgefiltert.

Die normalerweise erbsengroßen Lymphknoten schwellen dann an und schmerzen manchmal. Zum größten Teil fließt die Lymphe der Brust durch die Lymphknoten der Achsel, zu einem kleineren Teil auch zu den Lymphknoten ober- und unterhalb des Schlüsselbeins und hinter das Brustbein. Bei weiterem Voranwachsen bricht der Tumor in Blutgefäße ein. Tumorzellen gelangen so über die Blutgefäße in andere Organe und bilden Tochterabsiedlungen (Metastasen). Beim Brustkrebs wachsen diese Metastasen meist in Knochen, Lunge oder Leber.
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Mit Selbstuntersuchung und Mammografie früh erkennen

Wird Brustkrebs rechtzeitig erkannt, sind die Behandlungsaussichten günstig. Tumore, die durch Abtasten der Brust gefunden werden, sind zwar oft schon rund zwei Zentimeter groß, aber die Heilungschancen liegen immerhin noch bei 65 Prozent. Mit der Mammografie können viel kleinere Tumore entdeckt werden. Dann liegt die Heilungschance oft bei über 90 Prozent. Übrigens gibt es Brustkrebs auch bei Männern – allerdings extrem selten. Weil Brustkrebs als typische Frauenerkrankung gilt, wird diese Tumorform bei Männern oft erst relativ spät entdeckt. Bei der Entstehung spielen bei Frauen wie bei Männern hormonelle und genetische Faktoren eine Rolle.
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Ursachen von Brustkrebs

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs sind noch nicht bekannt. Bei den meisten Frauen, die an Brustkrebs erkranken, lässt sich kein bestimmter Risikofaktor als sicherer Auslöser für die Krebserkrankung nachweisen. Wahrscheinlich spielen mehrere Einflussfaktoren eine Rolle.

Folgende Faktoren können das Brustkrebs-Risiko erhöhen:
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Genetische Faktoren

Man geht heute davon aus, dass etwa 5% aller Brustkrebserkrankungen erblich bedingt sind. Mittlerweile wurden zwei veränderte Gene identifiziert, das BRCA 1- und das BRCA 2-Gen (breast cancer), die an der Weitervererbung eines erhöhten Brustkrebsrisikos beteiligt sind. Daneben spielen weitere Gene eine Rolle. Frauen aus solchen Brustkrebsfamilien erkranken häufig schon vor dem 40. oder 50. Lebensjahr.

Wird in den Genen eine Mutation nachgewiesen, steigt das Risiko für Brustkrebs vor dem 85. Lebensjahr auf bis zu 80 Prozent. Bei Frauen mit nachgewiesener Genmutation, bei denen sich in einer Brust ein Tumor bildet, liegt das Risiko für einen Tumor in der anderen Brust bei über 60 Prozent. Da die Genmutation unabhängig vom Geschlecht vererbt wird, erhöht diese Veränderung im Erbgut auch bei Männern das Brustkrebsrisiko.

Ob Gene verändert sind, kann durch eine molekularbiologische Untersuchung in speziellen Brustkrebszentren mit einer Blutprobe ermittelt werden. In diesen Zentren arbeiten Genetiker, Onkologen und Psychologen zusammen.

Da der Gentest aufwendig und teuer ist, wird er in der Regel erst dann durchgeführt, wenn folgende Bedingungen vorliegen:
  • In der Familie existieren zwei miteinander verwandte Frauen (z. B. Mutter und Schwester) mit Brust- und/oder Eierstockkrebs, von denen mindestens eine vor dem 50. Lebensjahr erkrankt ist.
  • Eine Verwandte ersten Grades ist vor dem 30. Lebensjahr an einseitigem Brustkrebs erkrankt.
  • Eine Verwandte ersten Grades ist vor dem 40. Lebensjahr an beidseitigem Brustkrebs erkrankt.
  • Eine Verwandte ersten Grades ist vor dem 40. Lebensjahr an Eierstockkrebs erkrankt.
Trägern dieser Gene wird die regelmäßige monatliche Selbstuntersuchung der Brust und eine halbjährliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 25. Lebensjahr empfohlen.
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Der Zusammenhang mit Hormonen

Eindeutig gesichert ist, dass die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs haben. So erhöhen viele Menstruationszyklen im Leben einer Frau die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken.

Als Risikofaktoren werden angesehen:
  • eine frühe erste Regelblutung,
  • eine späte letzte Regelblutung (Menopause),
  • Kinderlosigkeit.
Das Risiko von Frauen mit einer Menopause nach dem 55. Lebensjahr ist etwa doppelt so hoch gegenüber Frauen mit einer Menopause vor Vollendung des 45. Lebensjahres.

Brustkrebs und Hormonersatztherapie (HET) Anders als früher angenommen, geht die Wissenschaft heute davon aus, dass eine Hormonersatztherapie – die beispielsweise zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt wird – Brustkrebs nicht auslöst. Allerdings kann die Hormonersatztherapie Einfluss auf bereits bestehende Brusttumore haben. Das heißt: Sind bereits unentdeckte Krebszellen vorhanden, können diese unter Umständen durch die Hormonersatztherapie zur Teilung angeregt werden.  

Das Risiko unter einer Hormonersatztherapie an Brustkrebs zu erkranken ist auch abhängig vom Alter der Patientin, der Hormonzusammensetzung und der Therapiezeit. Nach derzeitigem Wissenstand, erhöht sich das Erkrankungsrisiko nur geringfügig – und erst bei einer Langzeiteinnahme über fünf Jahre.
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Der Einfluss von Ernährung, Gewicht und Alkoholkonsum

Der Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Entstehung von Brustkrebs ist Gegenstand vieler Forschungen. Auf Östrogen ist es zurückzuführen, dass übergewichtige Frauen häufiger an Brustkrebs erkranken als schlanke Frauen. Denn im Fettgewebe werden Hormone gebildet, die den Östrogenspiegel ansteigen lassen. Auch das tierische Fett im Essen scheint eine Rolle bei der Brustkrebsentwicklung zu spielen.

Regelmäßiger Alkoholkonsum ist mit einer erhöhten Erkrankungswahrscheinlichkeit verbunden. Die Erklärung hierfür ist, dass Alkohol den Östrogenspiegel im Körper steigert. Bisher konnte man nicht zweifelsfrei beweisen, dass Rauchen das Brustkrebsrisiko erhöht, es gibt aber Hinweise dafür. Passivraucherinnen und Frauen, die während der Pubertät geraucht haben, scheinen jedenfalls ein erhöhtes Risiko zu tragen. Bei Raucherinnen jenseits der Wechseljahre erhöht sich nach derzeitigem Kenntnisstand das Brustkrebsrisiko nicht.
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Weitere Risikofaktoren für Brustkrebs

  • Die Mastopathie, ist in 70 Prozent der Fälle eine gutartige Vermehrung der Drüsenläppchen und des Bindegewebes. Sie entsteht durch ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt mit Überschuss an Östrogen und Mangel an Progesteron. Etwa eine Woche vor der Regelblutung empfinden die betroffenen Frauen schmerzhafte Schwellungen meist beider Brüste. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um eine gutartige Vermehrung der Bindegewebszellen. Sind diese Zellwucherungen in den Milchgängen zu finden, stellen sie nur ein geringes Krebsrisiko dar.
  • Bei atypischen Zellveränderungen, wie sie bei der atypisch proliferierenden Mastopathie vorkommen, ist das Krebsrisiko besonders im Zusammenhang mit einem erhöhten familiären Krebsrisiko jedoch etwa 2,5- bis 4-fach erhöht
  • Ist eine Frau bereits an einer Brust an Brustkrebs erkrankt, besteht auch für die andere Brust ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.
  • Mit höherem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren.
  • Im Jahr 2004 hatte eine britische Studie festgestellt, dass sich Parabene – das sind antibakterielle Substanzen, die oft in Deodorants verwendet werden – in Brustkrebstumoren fanden und daraus geschlossen, dass Parabene das Brustkrebswachstum anregen könnten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat daraufhin Stellung genommen und kam zum Schluss, dass ein Zusammenhang zwischen parabenhaltigen Deodorants und Brustkrebs nicht plausibel und auch nicht gegeben ist.
Liegen bei einer Person ein oder mehrere Risikofaktoren vor, heißt das nicht zwangsläufig, dass sie an Brustkrebs erkranken wird. Betroffene sollten aber in jedem Fall die angebotenen Früherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt nutzen und auch an regelmäßige Selbstuntersuchungen denken.
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Grafik: Brustkrebs
© fotolia
Die Lymphgefäße der Brustdrüse beginnen zwischen den Milchläppchen und gehen schließlich in größere Lymphbahnen über. Abgesiedelte Tumorzellen werden über sie abtransportiert.
Brust abtasten
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Die regelmäßige Selbstabtastung der Brust spürt viele Knoten relativ frühzeitig auf. Dann sind die Heilungschancen besonders gut.
Grafik: Chromosom
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Bestimmte Gene erhöhen das Risiko für Brustkrebs. Mit einer molekularbiologischen Untersuchung lässt sich feststellen, ob diese Gene vorliegen.
Whiskeygläser
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Regelmäßiger Alkoholkonsum erhöht das Brustkrebsrisiko. Denn Alkohol steigert den Östrogenspiegel im Körper.